Handbemalt oder Transferdruck? Woran man es erkennt
Der wichtigste Preisunterschied bei historischen Motivfliesen – und wie man ihn mit bloßem Auge sieht.
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Ob eine Fliese von Hand bemalt oder bedruckt wurde, entscheidet oft über ein Vielfaches im Preis. Der Unterschied lässt sich mit etwas Übung ohne Hilfsmittel erkennen.
Die Linienstärke
Bei Handmalerei schwankt die Strichbreite. Der Pinsel setzt an, gibt Farbe ab und läuft aus – am Anfang einer Linie liegt mehr Pigment als am Ende. Ein Transferdruck hält die Strichbreite gleichmäßig durch.
Der Rasterpunkt
Halten Sie die Fliese schräg ins Licht. Zeigt die Fläche bei genauem Hinsehen ein feines Punktmuster, stammt sie aus einem Druckverfahren. Handmalerei hat keine Rasterpunkte, sondern Wolken und Schlieren.
Die Naht
Beim Transferdruck wird ein bedrucktes Papier auf die Fliese abgezogen. An einer Kante bleibt oft eine feine Überlappung oder ein Versatz zurück – besonders dort, wo das Papier zusammengeführt wurde.
Die Ecken
Bei Serienmalerei wiederholen sich Eckmotive – und zwar mit kleinen Abweichungen. Vergleichen Sie zwei Fliesen derselben Serie: Sind die Ecken minimal verschieden, wurde von Hand gemalt. Sind sie deckungsgleich, war ein Druck im Spiel.
Und wenn beides zutrifft?
Das kommt häufig vor: Konturen gedruckt, Farbflächen von Hand nachgelegt. Diese Mischform ist bei Motivfliesen des späten 19. Jahrhunderts eher die Regel als die Ausnahme – und in der Beschreibung auch so zu benennen.
Häufige Fragen
Ist handbemalt automatisch wertvoller?
In der Regel ja, aber nicht immer. Ein seltenes Druckmotiv in tadellosem Zustand kann mehr wert sein als eine flüchtig bemalte Serienfliese.
Sagt die Rückseite etwas aus?
Oft mehr als die Vorderseite. Rippen, Stempel, Brandspuren und die Scherbenfarbe helfen bei der zeitlichen Einordnung.
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Historische Fliese "The Rifleman's Inn", Postkutschenmotiv
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Historische Fliese Dorfwirtshaus "The Prince of Wales"
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Historische Fliese "The King's Tavern"
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