Delfter Fliesen
Handbemalte Zinnglasurfliesen aus den Niederlanden – die bekannteste Fliesentradition Europas. Blau auf Weiß, seltener Manganviolett, jede Fliese einzeln mit dem Pinsel gemalt.
Zu dieser Auswahl ist derzeit nichts im Bestand.
„Delfter Fliesen" ist ein Sammelbegriff, kein Herkunftsnachweis. Gefertigt wurde diese Ware nicht nur in Delft, sondern ebenso in Rotterdam, Amsterdam, Utrecht, Harlingen und Makkum. Wer eine Fliese sicher einer Stadt zuordnen will, braucht mehr als das Motiv – deshalb steht bei uns die Herkunft im Zweifel als Einschätzung da und nicht als Tatsache.
Woran man sie erkennt
- Zinnglasur: weiße, leicht wolkige Deckglasur, unter der der gelbliche bis rosafarbene Scherben durchscheint, wo die Glasur dünn liegt
- Handmalerei: ungleichmäßige Pinselstriche, auslaufende Farbränder, kleine Malfehler – jede Fliese ist ein Unikat
- Format: die älteren Stücke messen meist um 13 × 13 cm und sind mit rund 7 bis 9 mm auffällig dünn
- Eckmotive: Ochsenkopf, Spinnenkopf, Lilie oder Nelke in den vier Ecken; sie ergeben im Verbund ein durchlaufendes Muster
- Rückseite: unglasiert, oft mit Nagellöchern vom Trocknen und deutlichen Brandspuren
Was den Wert bestimmt
Erhaltung der Glasur, Seltenheit des Motivs und Vollständigkeit einer Serie. Kantenabplatzungen sind bei vier Jahrhunderten alter Ware der Normalfall und kein Mangel – ein durchgehender Riss durch das Bildfeld schon.


