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FliesenoriginaleOriginale historische Fliesen · Katalog, Verkauf, Archiv
Quadratische Fliese mit blauer Malerei eines Reiters auf sprengendem Pferd mit Säbel, Spinnkopf-Eckmotive, feines Craquelé; daneben gerippte weiße Rückseite und Pappschachtel mit Aufschrift a. Driessen Rotterdam Holland ©

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Niederländische Fliesen · HF-2026-0023

Delfter-Blau-Fliese mit Reiter, Spinnkopf-Eckmotive, Niederlande, in Originalschachtel A. Driessen Rotterdam

Kleine blau dekorierte Fliese im altniederländischen Stil mit Reiter zu Pferde und Spinnkopf-Eckmotiven, überliefert in einer Pappschachtel der Rotterdamer Cacao- und Chocoladefabrik A. Driessen. Die maschinell gerippte Rückseite spricht für eine Fertigung im 20. Jahrhundert, nicht für ein Stück des 17./18. Jahrhunderts.

23,74 € inkl. 19 % MwSt. Verfügbar Einzelstück

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Kategorien: Niederländische Fliesen · Delfter Fliesen · Historische Werbefliesen · Tiermotive

Über dieses Stück

Die Schauseite zeigt in Kobaltblau auf weißlicher Zinnglasur-Anmutung einen Reiter auf sprengendem oder sich aufrichtendem Pferd, mit Hut, wehendem Mantel und erhobener Waffe (Säbel oder Degen). Der Malstil ist locker, mit dünnen Umrisslinien und flächigen Lavierungen, wie er von den Figuren- und Reitermotiven niederländischer Wandfliesen bekannt ist. In allen vier Ecken sitzen kleine, strichförmig gefiederte Eckmotive, die dem sogenannten Spinnkopf-Motiv ('spinnetje') entsprechen; diese Eckfüllung ist auf niederländischen Fliesen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, etwa aus Harlingen, verbreitet.

Machart: quadratische Platte mit Zinn-/Bleiglasur-Optik, flächig von einem feinen, gleichmäßigen Craquelé überzogen. Die Rückseite ist glatt weißlich-cremefarben und trägt parallele, gleichmäßig gezogene Rippen — ein Merkmal maschinell gepresster Fliesen. Handgeformte, historische Delfter Fliesen des 17. und 18. Jahrhunderts haben dagegen eine unregelmäßige, oft gelblich-rosé Scherbenoberfläche mit Nagelspuren und ohne Rippenmuster. Die Bemalung wirkt handgeführt, ein Umdruck als Grundlage ist am Foto jedoch nicht sicher auszuschließen.

Zeitkontext: Beigegeben ist eine Pappschachtel mit dem Firmenzeichen und Schriftzug 'a. Driessen — Rotterdam - Holland, opgericht 1824 established', rückseitig 'Driessen chocolade'. A. Driessen war eine Rotterdamer Cacao- und Chocoladefabrik; das Unternehmen betrieb seit etwa 1820 einen Chocoladeladen in Rotterdam und nahm 1854 eine Dampffabrik im Stadtteil Rubroek in Betrieb, um 1900 zählte es zu den bedeutendsten niederländischen Chocoladefabrikanten. Altniederländisch dekorierte Kleinfliesen wurden im 20. Jahrhundert gern als Werbe- und Zugabeartikel der Süßwarenindustrie ausgegeben; die Schachtel legt eine solche Verwendung nahe, ohne dass Hersteller der Fliese oder Ausgabejahr belegt sind.

Zustand: umlaufendes, deutlich sichtbares Craquelé in der Glasur, leichte Kantenunregelmäßigkeiten, keine erkennbaren Durchbrüche oder Ausmuschelungen. Keine Mörtel- oder Kleberreste, keine Bohrlöcher oder Sägeschnitte — das Stück war offenbar nie verlegt. Die Schachtel ist gebraucht, an Kanten berieben und leicht gestaucht.

Zustand und Herkunft

Craquelé

Flächiges, feines Craquelé über die ganze Schauseite; leichte Kanten- und Glasurunregelmäßigkeiten, minimale Verfärbung an einer rückseitigen Ecke. Keine Risse, keine erkennbaren Abplatzungen. Schachtel mit Gebrauchsspuren, Kantenabrieb und leichten Stauchungen.

Rückseite: Keine Marke, kein Stempel, keine Prägung, keine Zahlen oder Buchstaben erkennbar. Weißlich-cremefarbener, dichter Scherben; die Fläche ist von etwa sieben bis acht parallelen, gleichmäßigen Rippen (Längsrillen) durchzogen — typisch für maschinell gepresste Fliesen. Oberfläche leicht sandig-matt, an einer Ecke minimale dunkle Verfärbung. Keine Mörtel- oder Kleberreste, keine Bohr- oder Sägespuren.

ungeprüft

Noch nicht geprüftDie Angaben zu diesem Stück sind noch nicht am Objekt überprüft. Sie beruhen auf Recherche und Einschätzung – ohne Gewähr.

Quellen und Vergleichsstücke:
https://www.worthpoint.com/worthopedia/tiles-rotterdam-holland-driessen-494322046
https://www.regtsdelfttiles.com/antique-delft-tile-with-a-horseman-wielding-a-spear-19th-century-rotterdam.html
https://www.regtsdelfttiles.com/antique-delft-tile-with-a-beautiful-horse-rider-in-blue-late-19th-or-early-20th-century.html
https://historicjamestowne.org/collections/artifacts/delft-tile/

Mögliche Zuordnungen 4 Kandidaten · keiner davon belegt
Werbe-/Zugabefliese der Cacao- und Chocoladefabrik A. Driessen, Rotterdam Betrifft die Serie Einschätzung: denkbar
Dafür spricht: Die Fliese wird in einer originalen Driessen-Chocolade-Schachtel überliefert; A. Driessen ist als bedeutender Rotterdamer Chocoladefabrikant belegt (Museum Rotterdam, Stadsarchief Rotterdam, das Museum bewahrt u. a. ein Fliesentableau mit Kakaomotiven des Unternehmens auf). Zugabeartikel in altniederländischem Fliesendekor waren in der niederländischen Süßwarenwerbung des 20. Jahrhunderts üblich.
Dagegen spricht: Kein Beleg aus Firmenarchiv, Musterbuch oder Museumssammlung, der genau dieses Fliesenmotiv als Driessen-Zugabe dokumentiert. Die Schachtel könnte auch nur als Aufbewahrung nachträglich zusammengekommen sein; Fliese und Schachtel tragen keinen gemeinsamen Bezug.
Niederländische Fliesenmanufaktur des 20. Jahrhunderts in altniederländischem Stil (z. B. Betrieb in Harlingen, Utrecht/Westraven oder Delft) Betrifft die Hersteller Einschätzung: denkbar
Dafür spricht: Blaumalerei, Motivwahl und Spinnkopf-Eckmotive gehören zum Repertoire, das niederländische Betriebe im 19./20. Jahrhundert in altem Stil fortführten; maschinell gepresster, gerippter Fliesenkörper passt in diese Zeit.
Dagegen spricht: Keine Marke, kein Stempel, keine Nummer auf der Rückseite; eine Manufaktur ist damit nicht belegbar.
Souvenir-/Reproduktionsfliese späterer Jahrzehnte (nach 1960) im Delfter Stil Betrifft die Datierung Einschätzung: denkbar
Dafür spricht: Gerippte Rückseite, sehr gleichmäßige Presskante und künstlich wirkendes, sehr regelmäßiges Craquelé kommen auch bei jüngeren Souvenirfliesen vor.
Dagegen spricht: Gestaltung und Typografie der Schachtel (Wappenlogo, 'opgericht 1824 established') wirken eher nach Mitte des 20. Jahrhunderts als jünger; ohne Maße und Streiflicht nicht entscheidbar.
Original niederländische Wandfliese des 17./18. Jahrhunderts (Reitermotiv, Delft/Harlingen/Rotterdam) Betrifft die Datierung Einschätzung: eher nicht
Dafür spricht: Motiv und Eckfüllungen greifen historische Vorbilder auf; Reiterfliesen des 17. Jahrhunderts sind in Museumsbeständen (z. B. Fundkomplexe Delfter Fliesen in Jamestowne) gut dokumentiert.
Dagegen spricht: Die gerippte Pressrückseite und der dichte, gleichmäßig weiße Scherben schließen eine handgeformte Fliese dieser Zeit praktisch aus; historische Stücke zeigen Ox-Head- oder Spinnkopfmotive auf unregelmäßigem, gelblichem Scherben.
Diese Zuordnungen sind Arbeitsstände, keine Zusicherungen. Wer zu einer davon etwas Belastbares beitragen kann, darf sich gerne melden — die Angaben werden dann hier ergänzt.
23,74 €HF-2026-0023 · verfügbar
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Fliese Reiter, Delfter Blau, Driessen-Schachtel HF-2026-0023 · 23,74 €

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