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Handbemalte Bildfliese mit Postkutschenszene vor Landgasthaus "The Musket Inn"
Feinmalerische, ockerbraun getönte Kutschenszene vor einem reetgedeckten Gasthaus mit lesbarem Wirtshausschild "The Musket Inn". Einzelbemaltes Bildstück im englischen Coaching-Genre, ohne erkennbare Herstellermarke auf der Schauseite.
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Kategorien: Englische Motivfliesen · Landschaften & Gebäude · Küche & Gasthaus · Architektur · Tiermotive
Über dieses Stück
Das Bildfeld zeigt in ovalem, weich auslaufendem Ausschnitt eine vierspännige Postkutsche, die vor einem reetgedeckten Landgasthaus vorfährt. Auf dem Kutschbock sitzen Kutscher und Passagiere, ein Postillion mit rotem Rock bläst das Horn, ein zweiter roter Reiter begleitet das Gespann. Rechts das Gasthaus mit Fachwerk, mächtigem Backsteinkamin und ausladendem Wirtshausausleger, links Bruchsteinweg, Holzzaun und Baumkulisse; oben ragt ein Zweig in das Bildfeld hinein. Die Aufschrift auf der Hauswand nennt den Namen des Hauses.
Die Ausführung ist eine freie Handmalerei in gedeckter Palette: Ocker, Braun, Grauoliv, dazu wenige kräftige Akzente in Rot-Orange und Gelb. Deutlich sichtbar sind zügige, gerichtete Pinselstriche in Dach, Straße und Laub sowie weiche Wischtöne im Himmel – typisch für Einzelbemalung, nicht für Druckdekor. Es fehlen die für Umdruck/Transferdruck charakteristischen Punktraster und die für Siebdruck typischen exakt begrenzten Farbflächen. Der Malgrund wirkt matt, cremefarben bis leicht bräunlich; die Bildfläche steht ohne Rahmenlinie frei im Feld.
Motivisch gehört das Stück in die englische "Coaching"-Genretradition, die von viktorianischen Vorlagen bis weit ins 20. Jahrhundert in Keramik, Druckgrafik und Wandschmuck popular blieb. Handbemalte Bildfliesen in genau dieser lockeren, aquarellhaften Malweise auf gekauften Industrie-Rohlingen wurden in England ab den 1930er Jahren und besonders in den 1940er bis 1960er Jahren von Malwerkstätten wie Packard & Ord (später Marlborough Tiles) hergestellt; eine Marke, die dies für dieses Stück belegen würde, ist auf dem vorliegenden Bild aber nicht zu sehen. Ebenso wenig auszuschließen ist eine ältere, spätviktorianisch-edwardianische Einzelbemalung oder eine Malerei auf einem anderen Bildträger als Keramik.
Zustand nach Foto: geschlossene, gleichmäßige Oberfläche, Malerei vollständig und gut lesbar, keine Sprünge oder Fehlstellen erkennbar. Am unteren Rand und an den Kanten leichte helle Stellen sowie umlaufend geringfügige Kantenunregelmäßigkeiten. Craquelé, Haarrisse, Rückseitenspuren und Maße sind anhand der vorliegenden Aufnahme nicht zu beurteilen.
Zustand und Herkunft
guter historischer Zustand – Alterspuren vorhanden, das Motiv ist vollständig erhalten.
Malerei vollständig und farbfrisch, keine Sprünge oder größeren Fehlstellen erkennbar. Am unteren Rand helle Aufhellungen/Abriebspuren, Kanten leicht unregelmäßig. Craquelé, Haarrisse, Glasurabrieb im Streiflicht sowie Rückseitenschäden sind auf dem Foto nicht zu prüfen.
Rückseite: Es liegt nur eine Aufnahme der Schauseite vor. Die Rückseite ist nicht abgebildet, daher sind Marken, Prägungen, Rippen-/Wabenstruktur, Scherbenfarbe sowie eventuelle Mörtel- oder Kleberreste nicht beurteilbar. Vom Rand her wirkt der Scherben bzw. Träger hell cremefarben bis beige.
Noch nicht geprüftDie Angaben zu diesem Stück sind noch nicht am Objekt überprüft. Sie beruhen auf Recherche und Einschätzung – ohne Gewähr.
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Wissen zu diesem Stück
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