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FliesenoriginaleOriginale historische Fliesen · Katalog, Verkauf, Archiv
Blau-weiße Fliese im Delfter Stil mit Windmühle, Bäumen und Volutenecken, Glasur mit Craquelé; Rückseite mit parallelen Rippen und weißem Scherben ©

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Delfter Fliesen · HF-2026-0019

Fliese im Delfter Stil mit Windmühle, Blaudekor auf weißer Zinnglasur-Optik, 20. Jahrhundert

Quadratische Wandfliese mit blau gemaltem Mühlenmotiv und Ornament-Ecken, feines Craquelé in der Glasur. Die gerippte, weiße Rückseite weist sie als industriell gepresste Fliese des 20. Jahrhunderts aus, nicht als frühe Delfter Handarbeit.

23,74 € inkl. 19 % MwSt. Verfügbar Einzelstück

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Kategorien: Delfter Fliesen · Niederländische Fliesen · Landschaften & Gebäude · Historische Wandfliesen

Über dieses Stück

Die Schauseite zeigt in Kobaltblau auf hellem, leicht cremefarbenem Grund eine hölzerne Turmwindmühle mit Galerie und vier Flügeln, davor Sträucher und ein niedriger Uferstreifen, links im Mittelgrund eine kleinere Baumgruppe mit Gebäude. Das Motiv steht in der Tradition der niederländischen Landschaftsfliesen. In allen vier Ecken sitzt ein kleines ornamentales Eckmotiv aus vier gerollten Voluten (Typ 'Spinnenkopf'/Ochsenkopf-Ableitung), wie es für Fliesen im Delfter Stil charakteristisch ist. Die Zeichnung wirkt gleichmäßig und feinstrichig; ob Handmalerei oder ein Druckdekor (Gravurdruck) vorliegt, lässt sich am Foto nicht sicher entscheiden.

Die Rückseite ist entscheidend für die Einordnung: Sie zeigt sechs bis sieben parallele, regelmäßige Rippen über die gesamte Fläche, einen weiß bis cremeweiß brennenden, dichten Scherben und keinerlei Stempel, Marke oder Zahl. Solche profilierten Rückseiten dienen der Haftung im Mörtelbett und sind ein Merkmal maschinell (trocken-)gepresster Fliesen des 20. Jahrhunderts. Historische Delfter Fliesen des 17./18. Jahrhunderts haben dagegen einen gelblich-rötlichen, weichen Ton-Scherben mit glatter, unregelmäßiger Rückseite und meist Nagellöchern von der Form.

Als drittes Bild liegt ein Pappkarton der Rotterdamer Kakao- und Schokoladenfabrik A. Driessen bei, beschriftet 'A. Driessen – Rotterdam – Holland – Opgericht 1824 Established' und seitlich 'Driessen chocolade'. Der Karton ist Aufbewahrungsbehälter; ein belegter Zusammenhang zwischen Fliese und Firma (etwa als Werbebeigabe) besteht nicht und wird hier ausdrücklich nicht behauptet. Er datiert die Fliese allenfalls indirekt in die mittlere Zeit des 20. Jahrhunderts.

Zustand: Die Glasur zeigt ein durchgehendes, deutlich gefärbtes Craquelé-Netz, das dem Stück eine gealterte Anmutung gibt. Der Rand ist an mehreren Stellen leicht berieben, die Glasur an den Kanten teils dünn; grobe Abplatzungen, Risse durch den Scherben oder Reparaturen sind auf den Bildern nicht erkennbar. Mörtel- oder Kleberreste fehlen, die Fliese war offenbar nicht dauerhaft verlegt.

Zustand und Herkunft

Craquelé

Durchgehendes, eingefärbtes Craquelé-Netz in der Glasur. Leichter Glasurabrieb und minimale Unregelmäßigkeiten an den Kanten. Keine durchgehenden Risse, keine erkennbaren Ausbrüche oder Restaurierungen auf den Fotos. Rückseite sauber, ohne Mörtelreste.

Rückseite: Unmarkiert, keine Stempel, Zahlen oder Buchstaben erkennbar. Über die gesamte Fläche parallele, gleichmäßige Rippen (Pressprofil zur Mörtelhaftung), Kanten scharf und maschinell gleichmäßig. Scherben weiß bis cremeweiß, dicht, feinkörnig; vereinzelt kleine Poren und dunkle Einsprengsel. Keine Mörtel- oder Kleberreste, keine Bohrlöcher, keine Sägeschnitte, keine Nagellöcher wie bei frühen handgeformten Fliesen.

ungeprüft

Noch nicht geprüftDie Angaben zu diesem Stück sind noch nicht am Objekt überprüft. Sie beruhen auf Recherche und Einschätzung – ohne Gewähr.

Quellen und Vergleichsstücke:
https://delftsaardewerk.nl/bekijken/voorwerp/delftsaardewerk-check/7890-lijkt-handgeschilderd-maar-achterzijde-lijkt
https://www.marktplaats.nl/l/antiek-en-kunst/q/delfts+blauw+tegeltje/
https://museumrotterdam.nl/verhalen/made-in-rotterdam/cacaofabriek-a-driessen/

Mögliche Zuordnungen 5 Kandidaten · keiner davon belegt
Niederländische Fliesenfabrik, Souvenir-/Dekorfliese im Delfter Stil, ca. 1930–1970 Betrifft die Herkunft Einschätzung: wahrscheinlich
Dafür spricht: Motiv- und Eckornamentkanon der niederländischen Tradition; Fachliteratur zu Fliesen des 20. Jahrhunderts (Jan Pluis, 'Nederlandse Tegels 1900–2000') behandelt genau diese industriell gepressten Nachfolgefliesen mit profilierten Rückseiten; Aufbewahrung in einer Rotterdamer Schokoladenschachtel spricht für niederländischen Umlauf.
Dagegen spricht: Keine Marke, kein Stempel; Motive dieses Typs wurden auch außerhalb der Niederlande für den niederländischen Markt produziert.
Belgische Produktion, Typ Gilliot & Cie / Manufactures Céramiques d'Hemixem, Hemiksem, ca. 1930–1940 Betrifft die Hersteller Einschätzung: denkbar
Dafür spricht: Auf der Expertenplattform delftsaardewerk.nl wird unter Verweis auf Jan Pluis, 'Nederlandse Tegels 1900–2000', ein Rückseitenprofil dieses Typs (Beispiel von 1934) mit Fliesen aus Hemiksem in Verbindung gebracht, die teils erst in den Niederlanden dekoriert wurden – das Rippenprofil unserer Fliese geht in dieselbe Richtung.
Dagegen spricht: Rippenprofile ohne Firmenstempel sind unspezifisch und wurden von vielen Werken verwendet; unsere Fliese trägt keinerlei Kennzeichnung, ein direkter Vergleich der Profilbreite fehlt.
Druckdekor (Gravur-/Umdruckverfahren) statt Handmalerei Betrifft die Technik Einschätzung: denkbar
Dafür spricht: Sehr gleichmäßige, feine Strichlagen und regelmäßige Schraffuren; bei vergleichbaren Fliesen des 20. Jahrhunderts wird die Dekoration in der Fachdiskussion häufig als Druck bestimmt.
Dagegen spricht: Die Fotoauflösung erlaubt kein Erkennen von Rasterpunkten oder Druckstößen; Pinselansätze sind ebenso wenig auszuschließen.
Frühe Delfter Fliese des 17./18. Jahrhunderts Betrifft die Datierung Einschätzung: eher nicht
Dafür spricht: Motivtradition und Eckornament folgen historischen Vorbildern; Craquelé wirkt alt.
Dagegen spricht: Weißer, dichter Scherben und maschinelles Rippenprofil auf der Rückseite schließen eine Datierung vor dem späten 19. Jahrhundert praktisch aus.
Werbe-/Prämienfliese der Kakao- und Schokoladenfabrik A. Driessen, Rotterdam Betrifft die Serie Einschätzung: eher nicht
Dafür spricht: Beiliegender Originalkarton 'A. Driessen – Rotterdam – Holland'; die Firma bestand als bedeutender Rotterdamer Schokoladenhersteller (Ursprung in den 1820er Jahren, Dampffabrik ab 1854) und war um 1900 einer der wichtigsten Produzenten der Niederlande.
Dagegen spricht: Kein Firmenbezug auf der Fliese selbst, kein Nachweis einer Fliesen-Werbeserie von Driessen in den eingesehenen Quellen; der Karton ist vermutlich nur Aufbewahrung. Museum Rotterdam dokumentiert zwar Fliesen aus dem Fabrikgebäude (Tableau mit Kakaopflanzen-Dekor), das ist aber ein anderes, polychromes Bauzeugnis und passt motivisch nicht.
Diese Zuordnungen sind Arbeitsstände, keine Zusicherungen. Wer zu einer davon etwas Belastbares beitragen kann, darf sich gerne melden — die Angaben werden dann hier ergänzt.
23,74 €HF-2026-0019 · verfügbar
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Andreas Kirchner, Ansprechpartner für historische Fliesen
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Windmühlen-Fliese, Delfter Stil, 20. Jh. HF-2026-0019 · 23,74 €

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