©
3 Aufnahmen · Klicken für die Vollbildansicht
Fliese im Delfter Stil mit Windmühle, Blaudekor auf weißer Zinnglasur-Optik, 20. Jahrhundert
Quadratische Wandfliese mit blau gemaltem Mühlenmotiv und Ornament-Ecken, feines Craquelé in der Glasur. Die gerippte, weiße Rückseite weist sie als industriell gepresste Fliese des 20. Jahrhunderts aus, nicht als frühe Delfter Handarbeit.
Versandkosten werden individuell berechnet
Kategorien: Delfter Fliesen · Niederländische Fliesen · Landschaften & Gebäude · Historische Wandfliesen
Über dieses Stück
Die Schauseite zeigt in Kobaltblau auf hellem, leicht cremefarbenem Grund eine hölzerne Turmwindmühle mit Galerie und vier Flügeln, davor Sträucher und ein niedriger Uferstreifen, links im Mittelgrund eine kleinere Baumgruppe mit Gebäude. Das Motiv steht in der Tradition der niederländischen Landschaftsfliesen. In allen vier Ecken sitzt ein kleines ornamentales Eckmotiv aus vier gerollten Voluten (Typ 'Spinnenkopf'/Ochsenkopf-Ableitung), wie es für Fliesen im Delfter Stil charakteristisch ist. Die Zeichnung wirkt gleichmäßig und feinstrichig; ob Handmalerei oder ein Druckdekor (Gravurdruck) vorliegt, lässt sich am Foto nicht sicher entscheiden.
Die Rückseite ist entscheidend für die Einordnung: Sie zeigt sechs bis sieben parallele, regelmäßige Rippen über die gesamte Fläche, einen weiß bis cremeweiß brennenden, dichten Scherben und keinerlei Stempel, Marke oder Zahl. Solche profilierten Rückseiten dienen der Haftung im Mörtelbett und sind ein Merkmal maschinell (trocken-)gepresster Fliesen des 20. Jahrhunderts. Historische Delfter Fliesen des 17./18. Jahrhunderts haben dagegen einen gelblich-rötlichen, weichen Ton-Scherben mit glatter, unregelmäßiger Rückseite und meist Nagellöchern von der Form.
Als drittes Bild liegt ein Pappkarton der Rotterdamer Kakao- und Schokoladenfabrik A. Driessen bei, beschriftet 'A. Driessen – Rotterdam – Holland – Opgericht 1824 Established' und seitlich 'Driessen chocolade'. Der Karton ist Aufbewahrungsbehälter; ein belegter Zusammenhang zwischen Fliese und Firma (etwa als Werbebeigabe) besteht nicht und wird hier ausdrücklich nicht behauptet. Er datiert die Fliese allenfalls indirekt in die mittlere Zeit des 20. Jahrhunderts.
Zustand: Die Glasur zeigt ein durchgehendes, deutlich gefärbtes Craquelé-Netz, das dem Stück eine gealterte Anmutung gibt. Der Rand ist an mehreren Stellen leicht berieben, die Glasur an den Kanten teils dünn; grobe Abplatzungen, Risse durch den Scherben oder Reparaturen sind auf den Bildern nicht erkennbar. Mörtel- oder Kleberreste fehlen, die Fliese war offenbar nicht dauerhaft verlegt.
Zustand und Herkunft
Craquelé
Durchgehendes, eingefärbtes Craquelé-Netz in der Glasur. Leichter Glasurabrieb und minimale Unregelmäßigkeiten an den Kanten. Keine durchgehenden Risse, keine erkennbaren Ausbrüche oder Restaurierungen auf den Fotos. Rückseite sauber, ohne Mörtelreste.
Rückseite: Unmarkiert, keine Stempel, Zahlen oder Buchstaben erkennbar. Über die gesamte Fläche parallele, gleichmäßige Rippen (Pressprofil zur Mörtelhaftung), Kanten scharf und maschinell gleichmäßig. Scherben weiß bis cremeweiß, dicht, feinkörnig; vereinzelt kleine Poren und dunkle Einsprengsel. Keine Mörtel- oder Kleberreste, keine Bohrlöcher, keine Sägeschnitte, keine Nagellöcher wie bei frühen handgeformten Fliesen.
Noch nicht geprüftDie Angaben zu diesem Stück sind noch nicht am Objekt überprüft. Sie beruhen auf Recherche und Einschätzung – ohne Gewähr.
Quellen und Vergleichsstücke:
https://delftsaardewerk.nl/bekijken/voorwerp/delftsaardewerk-check/7890-lijkt-handgeschilderd-maar-achterzijde-lijkt
https://www.marktplaats.nl/l/antiek-en-kunst/q/delfts+blauw+tegeltje/
https://museumrotterdam.nl/verhalen/made-in-rotterdam/cacaofabriek-a-driessen/
Könnte ebenfalls passen
©
Blau-weiße Zierfliese, Haus am Wasser
©
Mini-Fliese Windmühle, Delfter Art, Driessen-Schachtel
©
Delfter-Blau-Fliese Windmühle, Driessen Rotterdam
©
