©
3 Aufnahmen · Klicken für die Vollbildansicht
Handbemalte Fliese im Delfter Stil, Mann mit langstieligem Gerät, polychrom, 20. Jahrhundert
Quadratische, von Hand bemalte Fliese mit einer Männerfigur in blauer Jacke und grünem Hut, gerahmt von blauen Eckmotiven. Die maschinell gerippte Rückseite weist die Fliese als Arbeit des 20. Jahrhunderts im Delfter Stil aus, nicht als altniederländische Fliese.
Versandkosten werden individuell berechnet
Kategorien: Niederländische Fliesen · Delfter Fliesen · Berufe & Alltag · Historische Wandfliesen · Sonstige historische Fliesen
Über dieses Stück
Die Schauseite zeigt eine einzelne Männerfigur in Schrittstellung: grüner Hut mit Krempe, blaue Jacke, ockerfarbene Kniebundhose, dazu ein langstieliges Gerät mit breitem, ausgefranstem Kopf, das der Mann schräg nach unten führt. Unter den Füßen liegt ein blauer, wellig gezogener Bodenstrich. Ob es sich um einen Besenkehrer, einen Bauern mit Rechen oder um einen Kolf-/Golfspieler handelt, lässt sich am Foto nicht sicher entscheiden – die Silhouette des Geräts ist zu unscharf. In den vier Ecken sitzen kleine blaue Eckmotive, wie sie in der niederländischen Fliesentradition als Ochsenkopf- bzw. Lilienvariante geläufig sind.
Die Malerei ist von Hand ausgeführt: sichtbare Pinselansätze, ungleichmäßige Deckung in den Flächen, leicht zitternde Konturen, kein Rasterpunkt und keine Druckkante. Verwendet sind Blau, Grün und ein braun-ockerfarbener Ton auf weißer, zinnglasurartig wirkender Deckglasur. Über die gesamte Schauseite zieht sich ein feines, bräunlich abgesetztes Craquelé-Netz, das den Fond deutlich strukturiert.
Entscheidend für die Einordnung ist die Rückseite: Sie ist maschinell geformt, mit gleichmäßig parallel verlaufenden Rippen bzw. Rillen und weißlich-cremefarbenem, kalkig wirkendem Scherben. Historische niederländische Fliesen des 17. und 18. Jahrhunderts haben eine flache, handgeformte Rückseite mit Formsandspuren und rötlich-gelbem Ton. Die geriefte Rückseite ist ein Merkmal industrieller Fliesenfertigung des 20. Jahrhunderts. Das Stück ist damit als handbemalte Fliese im historischen Vorbild zu verstehen, nicht als altes Original.
Das dritte Bild zeigt keinen Bestandteil der Fliese, sondern einen alten Verpackungskarton der Rotterdamer Kakao- und Schokoladenfabrik A. Driessen, in dem das Stück offenbar aufbewahrt wurde. Er belegt eine niederländische Provenienzgeschichte der Aufbewahrung, jedoch keinerlei Herstellerbezug zur Fliese. Zustand insgesamt gut: keine erkennbaren Brüche, Randbereiche wirken vollständig, das Craquelé prägt das Bild.
Zustand und Herkunft
Craquelé
Durchgehendes, bräunlich abgesetztes Craquelé-Netz über die gesamte Schauseite. Kleine dunkle Punkte und Glasurunruhen im Fond. Keine Brüche, Haarrisse im Scherben oder größeren Randabplatzungen erkennbar; kleinere Kantenunregelmäßigkeiten sind fotografisch nicht sicher auszuschließen. Rückseite sauber, ohne Mörtelreste.
Rückseite: Maschinell geformte Rückseite mit etwa sechs bis sieben gleichmäßig parallel laufenden Rippen/Rillen über die gesamte Fläche. Scherben weiß bis cremeweiß, kalkig-matte, leicht raue Oberfläche. Keine Stempel, Prägungen, Zahlen, Buchstaben oder Herstellerzeichen erkennbar. Keine Mörtel- oder Kleberreste, keine Bohrlöcher, keine Sägeschnitte – ein Hinweis darauf, dass die Fliese nicht verlegt war.
Noch nicht geprüftDie Angaben zu diesem Stück sind noch nicht am Objekt überprüft. Sie beruhen auf Recherche und Einschätzung – ohne Gewähr.
Quellen und Vergleichsstücke:
https://www.regtsdelfttiles.com/antique-delft-tile-with-a-golf-player-in-blue-17th-century.html
https://museumrotterdam.nl/verhalen/made-in-rotterdam/cacaofabriek-a-driessen/
https://www.spijkertegels.nl/vals-neppers-replica-s
https://www.1stdibs.com/buy/antique-dutch-tiles-tiles/
https://www.etsy.com/listing/1065533673/dutch-delft-tile-polychrome-ship-with
Könnte ebenfalls passen
©
Miniaturfliese Fahnenträger, Delfter Stil
©
Windmühlen-Fliese, Delfter Stil, 20. Jh.
©
Miniaturfliese Segelschiff, Delfter Art, 4 × 4 cm
©
